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Gabriel: 50% sind üblich, bis zu 90% realistisch

Anlässlich des 50. Jahrestages des Systems WDVS erschien im Heft 4 des Deutsches IngenieurBlatt ein so genanntes DIB Special WDVS. Auf Seite 3 steht das Geleit von Sigmar Gabriel, seines Zeichens Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: "Wärmedämm-Verbundsysteme: Gut fürs Klima und fürs Portemonnaie". Hier sind gar wunderliche Botschaften zu vernehmen.

Botschaft #1

"Doch der Nutzen dieses Bausystems ist auch für Nicht-Experten schnell ersichtlich: Wer sein Haus mit WDVS saniert, kann viel Geld sparen. Eine Reduzierung der Wärmeverluste um 50 Prozent ist üblich, eine Absenkung um bis zu 90 Prozent im Einzelfall durchaus realistisch."

Botschaft #2

"Fast 90 Prozent des Energieverbrauchs eines privaten Haushalts in Deutschland werden für Heizung und Warmwasser verwendet – abgesehen von Benzin oder Diesel für Fahrzeuge. Den deutlich überwiegenden Anteil macht dabei mit rund drei Vierteln des Energieverbrauchs die Raumwärme aus, von der bisher ein Großteil durch Wände, Fenster, Dach, Türen oder den Fußboden verschwindet."

Botschaft #3

"Im Jahr 2006 wurden 265.000 Wohnungen und Eigenheime saniert. Für gedämmte Wände und Dächer, dichte Fenster und neue Heizungsanlagen konnten gemeinsam mit der KfW-Förderbank 1,5 Milliarden Euro für die Verbilligung von Krediten und für Tilgungszuschüsse zur Verfügung gestellt werden. Damit konnten Kredite von 9,4 Milliarden Euro zugesagt und insgesamt Investitionen in Höhe von 11 Milliarden Euro ausgelöst werden."

Botschaft #4

"So konnten rund 900.000 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß vermieden werden. ... Und von der Förderung durch das Gebäudesanierungsprogramm profitiert auch das Handwerk: Jede investierte Milliarde Euro sichert und schafft 25.000 Arbeitsplätze."



Faksimile: Seite 3 des DIB Special WDVS

Nun kann man ja darüber philosophieren, ob ein Grußwort vom ministerialen Kollegen für Bauen gehaltvoller gewesen wäre. Man kann auch darüber philosophieren, ob ein Minister weiß, was ihm sein Redenschreiber zusammenschreibt. Man kann es aber auch lassen.

Immerhin steht rechts an der Seite deutlich das Wort "MEINUNG" zu lesen. Warum soll sich ein Bundesminister nicht auch eine eigene Meinung leisten? Wenn Herr Gabriel etwas meint, ist das allemal unverfänglicher, als wenn Falschaussagen als Fakten dargestellt würden.

Bei einem Quadratmeterpreis von 65 Euro aufwärts sind WDVS natürlich gut fürs Portemonnaie. Zweckmäßigerweise kann man an dieser Stelle die Frage ausklammern, wessen Portemonnaie gemeint ist. Das von Herstellern und Verarbeitern bestimmt - und für die Wohnungsgesellschaft ist die 11%-Umlage nach Modernisierung ein Goldesel, der Mieter zahlt es ja; da kann der "Klimaschutz" an der Fassade nicht teuer genug sein.

Dass eine Reduzierung der Wärmeverluste um 50 Prozent üblich und eine Absenkung um bis zu 90 Prozent im Einzelfall durchaus realistisch sei, darf man guten Gewissens als Wunschdenken abtun. Immerhin ist es interessant zu beobachten, dass wir uns dem perpetuum mobile an der Hauswand wieder einen guten Schritt genähert haben. Man darf gespannt sein, wann die 100%-Einspar-Marke gerissen wird.

Die Angaben zum Energieverbrauch von Heizung und Warmwasser sollten überprüft werden. Nach Herrn Gabriels Rechnung entfallen auf die Heizung 67,5 %. Ältere und zuverlässigere Quellen sprechen von 75-80%.
siehe hierzu: :: Energieverbrauch

Im Jahr 2006 sollen 265.000 Wohnungen und Eigenheime saniert worden sein, was eine Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes um 900.000 Tonnen bewirkt haben soll. Und die investierten 11 Mrd. Euro müssten 275.000 Arbeitsplätze geschaffen haben.

Der Primärenergieverbrauch nahm in Deutschland auch in 2006 zu: 14.464 PJ waren es gegenüber 14.286 in 2005.
(in Mill. t SKE: 493,6 zu 487,5; 1 PJ (Petajoule) = 1015 Joule und 1 Mill. t SKE entsprechen 29,308 PJ). Der Endenergieverbrauch der Haushalte geht seit 10 Jahren nicht zurück. "Haushalte und Verkehr führen Energieverbrauch an" meldete am 23.10.2006 der Pressedienst AGEB Nr. 06/06 und "Derzeit entfällt knapp ein Viertel des Primärenergieverbrauchs auf Umwandlungsverluste.".

Der baugewerbliche Umsatz hat in 2006 gegenüber 2005 in den alten Bundesländern um 7,8% zugenommen (Jan-Nov), in den neuen Bundesländern um 4,7%. Die Beschäftigtenanzahl hat in 2006 gegenüber 2005 in den alten Bundesländern um 0,7% abgenommen (Jan-Nov), in den neuen Bundesländern um 2,4%. (Quelle: Daten zur Baukonjunktur, Bauhauptgewerbe, aus "Bauindustrie aktuell", Heft 10/2006, Seite 12.). Beim Bauhauptgewerbe wurden also keine Zuwächse an Arbeitsplätzen verzeichnet, ein Abbau war festzustellen.

Da ca. 70% des WDVS-Marktes von Malerbetrieben abgedeckt werden, könnten diese zusätzlichen 275.000 Arbeitsplätze vielleicht dort entstanden sein. Die 41.769 (2005: 41.299) Malerbetriebe in Deutschland hatten in 2006 mit 199.000 Beschäftigten 3.000 Beschäftigte mehr als in 2005. (Quelle: Hauptverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz, Bundesinnungsverband des deutschen Maler- und Lackiererhandwerks, Stand April 2007).

Fazit: im Bauhauptgewerbe ging die Zahl der Beschäftigten von 2005 zu 2006 zurück (ca. -8.300 Beschäftigte), bei den Malerbetrieben nahm sie um 3.000 zu. Das ergibt per saldo über 5.000 Arbeitsplätze weniger und dieser Betrag liegt deutlich unter den angegebenen 275.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen.

Wie Herr Gabriel die eingesparten 900.000 Tonnen CO2 ausgerechnet hat, wäre interessant zu wissen. Am gestiegenen Primärenergieverbrauch  wird es wohl nicht gelegen haben. Immerhin geht es um durchschnittlich 3,4 to CO2 je Eigenheim bzw. Wohnung.



verarbeitete WDVS in Mio. m2 (Grafik: FV WDV)



Entwicklung der Dämmstoffstärken bei WDVS (Grafik: FV WDV)



Grafik: DIMaGB, Daten: AGEB



Grafik: DIMaGB, Daten: AGEB

DIMaGB
Berlin, 30.04.2007

siehe auch:
:: Wie man mit Statistik Energie einspart (08.2007)
:: Bis zu 100% Energiekosten sparen - es gibt immer was zu tun (08.2007)

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Bis zu 100% Energiekosten sparen - es gibt immer was zu tun

Energiespartipps gibt die Baumarktkette Hornbach in Ihrem Werbeheftchen,
welches in Berlin verteilt wurde und bis 15.09.2007 in Berlin gültig ist (3003 0807).
Hier sehen Sie im Einzelnen die gigantischen Einsparpotenziale im und am Gebäude.




Faksimile: Bildzitat von Seite 4
"Bis zu 40% Energiekosten sparen!
Fassade dämmen"




Faksimile: Bildzitat von Seite 6
"Dach dämmen
Bis zu 30% weniger Energiekosten."




Faksimile: Bildzitat von Seite 9
"Bis zu 20% Energiekosten sparen mit Fenstern von A.
Fenster/Türen austauschen"




Faksimile: Bildzitat von Seite 7
"Kellerdecke dämmen
mit wenig Einsatz viel sparen!
Bis zu 10% weniger Energiekosten."


Fassen wir zusammen:

Fassade dämmen bis zu   40%
Dach dämmen bis zu   30%
Fenster/Türen austauschen bis zu   20%
Kellerdecke dämmen bis zu   10%
insgesamt bis zu 100%

Nun wissen Sie, wie man bis zu 100% Energiekosten sparen kann.

DIMaGB
21.08.2007

siehe auch:
:: Wie man mit Statistik Energie einspart (08.2007)

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Zur Relation von WDVS und dem Endenergieverbrauch der Haushalte, 1990-2004

Jahr

WDVS

W. kum.

 EEV HH

1990 14,50 169,00 2383
1991 20,50 189,50 2516
1992 25,80 215,30 2436
1993 29,60 244,90 2617
1994 38,30 283,20 2558
1995 42,80 326,00 2655
1996 46,10 372,10 2890
1997 46,10 418,20 2854
1998 42,40 460,60 2782
1999 43,00 503,60 2613
2000 38,50 542,10 2584
2001 31,90 574,00 2822
2002 30,80 604,80 2690
2003 30,60 635,40 2792
2004 32,00 667,40 2712

Datentabelle

Legende:
WDVS: verarbeitete Fassadendämmung in Mio. m², Quelle: FV WDV
W. kum:: verarbeitete Mio. m² WDVS p.a. (Wärmedämmverbundsysteme) kumulativ
PEV HH: Endenergieverbrauch der Haushalte in PJ, Quelle: AG Energiebilanzen



Grafik 1: verarbeitete Mio. m² WDVS p.a. kumulativ und Primärenergieverbrauch der Haushalte
Legende: WDVS kum:: x10 Mio. m², EEV HH: x100 PJ (Peta Joule)


Grafik 2: prozentuale Entwicklung der 3 Kenngrößen aus der Datentabelle, 1990 = 100%

© Grafiken: DIMaGB
Verwendung mit Quellenangabe und Verlinkung bzw. Nennung der URL gestattet

Ergänzend sei bemerkt, dass hier nur die WDVS in Relation gesetzt wurden. Das sind aber nicht die einzigen Maßnahmen zur energetischen Sanierung und zum Energie einsparen. Der guten Ordnung müsste man die zumindest mit aufzählen, da viele Maßnahmen im Paket gefördert und durchgeführt wurden und werden:
- Heizungserneuerungen (Kesseltausch, Wirkungsgrade jenseits der 100%)
- Fensteraustausch
- Lüftungsanlagen mit WRG
- Heizungsmodernisierung mit Einzelraumsteuerung
Dazu kommen die immer effizienteren und sparsameren Geräte in den haushalten usw. usf.

In der Medizin gibt es den Begriff Rückschlag (engl. rebound) und er bezeichnet das rasche, verstärkte Wiederauftreten einer behandelten Erkrankung. Ähnlich scheint es in der Wirtschaft bzw. Gesellschaft zu gehen. Das Lexikon der Umweltdatenbank wartet mit einer interessanten Erklärung auf, die schon gerne von Dritten aufgegriffen wurde:

"Der Rebound-Effekt besagt, dass Einsparungen, die z.B. durch effizientere Technologien entstehen, durch vermehrtere Nutzung und Konsum stets überkompensiert werden. So ist durch effizientere Ressourcennutzung bisher noch selten eine Umweltentlastung entstanden. Vielmehr wurden durch die effektivere Nutzung Produkte und Serviceleistungen erst zu günstigen Preisen möglich, was die Konsumspirale weiter beschleunigt hat. Jede neue Technik hat also letztlich nicht weniger, sondern mehr Ressourcen in noch kürzerer Zeit umgesetzt und eine Überkompensation des Einspareffektes bewirkt. Einen wirklichen Ausstieg aus diese Bumerang-Effekt scheint also nicht das Effizienz-Prinzip, sondern wohl nur das Suffizienz-Prinzip zu bieten."

Nun ist alles klar? Das Suffizienz-Prinzip erklärt uns die Umweltdatenbank so: "Neue Form der Bedürfnisbefriedigung, Genügsamkeit. Suffizienz bedeutet, weniger anspruchsvolle oder aufwändige Wirtschafts- und Lebensstile zu entwickeln. Dies setzt einen Wertewandel und neue Rahmenbedingungen voraus, als deren Ergebnis Bevölkerungsgruppen oder auch die Gesellschaft als Ganzes aus einem geringeren oder gleichbleibenden materiellen Wohlstand einen höheren Nutzen ziehen."

Vielleicht sollten wir uns im Winter ein Bärenfell umhängen, wenn wir bei genügsamen 12° C im Wohnzimmer sitzen - dann wird der Endenergieverbrauch der Haushalte runter gehen und der Siegeszug der WDVS wird Einzug halten. Weniger ist eben mehr - weniger Raumtemperatur bedeutet mehr Einsparung.

DIMaGB, 28.03.2006

Querverweise

:: Wärmedämmung, Wärmeisolierung, Wärmedämmverbundsysteme, WDVS
   Vollwärmeschutz, Thermohaut, Außendämmung, Fassadendämmung
(bei richtigsanieren.de)
:: Wärmedämmung, Wärmeisolierung, Wärmedämmverbundsysteme, WDVS
   Vollwärmeschutz, Thermohaut, Außendämmung, Fassadendämmung
(bei richtigbauen.de)
:: Kosten von WDVS und TWD (bei bauko.biz)
::
Kosten von WDVS-Sanierungen (01.2006)
:: Calculus: überschlägige Bestimmung der Wirtschaftlichkeit
(bei bauko.biz)

Nachtrag

"Nach Auskunft des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme war es seit 1973 möglich, allein durch eine bessere Wärmedämmung der bundesdeutschen Gebäude ein Energieäquivalent von über 19 Milliarden Litern Heizöl * einzusparen. Damit sind diese seit 40 Jahren in der Praxis bewährten Werkstoffsysteme auch ökologisch sinnvoll, weil sie zur Entlastung der Umwelt Jahr für Jahr aufs neue beitragen."

aus: "Wärmedämmung ist ökologisch sinnvoll "
Pressemitteilung des FV WDV e.V.

* das entspricht bei einem Heizwert von 10 kWh/l: 190.000.000.000 = 190 Mrd. kWh

Nachtrag 2

siehe auch:
:: Wie man mit Statistik Energie einspart (08.2007)

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Sanierungspotenziale im Altbau werden überschätzt

Anstelle von umfangreichen Sanierungen ist ein intelligentes Energiedatenmanagement die deutlich kostengünstigere Alternative zur nachhaltigen Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden.

Essen, 21. September 2010. Ein zentrales Element der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) und des neuen Energiekonzeptes der Bundesregierung ist die deutliche Reduktion des Energiebedarfs von Wohnimmobilien. Eine Sanierung ist dazu nicht immer die sinnvollste Lösung, zumal dabei die Einsparpotenziale erheblich überschätzt werden. Zu diesen Ergebnissen kommt das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mit Hilfe der Energiedaten von ista, dem weltweit führenden Unternehmen für die verbrauchsgerechte Erfassung und Abrechnung von Energie, Wasser und Hausnebenkosten. Neben anderen Maßnahmen liegt auch im individuellen Verhalten der Verbraucher ein Einsparpotential, sofern hinreichende Transparenz über die jeweiligen Energiekosten besteht.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einem umfangreichen Datensatz aus der Energieausweisdatenbank der ista Deutschland GmbH. Als Grundlage dienten circa 200.000 Gebäude in Deutschland, einschließlich der Informationen über den Stand der Sanierung der jeweiligen Gebäude. Die Auswertung der Daten zeigt, dass Wohngebäude mittlerer Größe, die um die Jahrhundertwende erbaut wurden (1900-1918), aus energetischer Sicht vergleichsweise gute Bestandseigenschaften aufweisen. Das liegt unter anderem an den starken Außenwänden aus Vollziegel, die im Vergleich mit anderen Gebäudetypen weniger Wärme entweichen lassen. Eine Sanierung würde hier eine Senkung des Heizenergiebedarfs von durchschnittlich zuvor rund 141 auf 126 Kilowattstunden bewirken. Der Energiekennwert verändert sich dabei lediglich um 10 Prozent. Die Kosten der Sanierung sind hier vergleichsweise hoch, da beispielsweise die Außenfassaden häufig mit wertvollen Ornamenten gestaltet sind. Im Gegensatz dazu werden durch die Sanierung von Bauten der späten 1950er und 1960er Jahre wesentlich größere Energieeinsparungen erreicht: Die Sanierungsmaßnahmen sind sehr viel günstiger und der Energiekennwert sinkt um durchschnittlich 27 Prozent, wie die Daten belegen. Das Baujahr und die Gebäudesubstanz spielen somit eine wichtige Rolle bei der Frage, ob eine Sanierung sinnvoll ist. Diese Punkte werden bei der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) allerdings nicht ausreichend berücksichtigt. „Die spezifischen Eigenschaften der Immobilien sollten sich auch in den Vorgaben und der Förderpolitik niederschlagen. Nur so lassen sich Investitionsanreize für die Immobilieneigentümer setzen“, so Professor Martin T.W. Rosenfeld, Leiter der Abteilung Stadtökonomik am IWH.

Anstelle von kostenaufwendigen Sanierungen sind somit alternative Lösungen im Hinblick auf die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung vonnöten. Die Akteure in Politik, Wissenschaft und Immobilienwirtschaft sind sich zunehmend einig, dass unter Kosten-Nutzen-Aspekten im individuellen Verbrauchsverhalten das größte Potenzial für Einsparungen liegt. Dabei ist der Einsatz moderner Mess- und Erfassungstechnik zur energieartenübergreifenden (d.h. Wärme, Wasser und Strom) Auslesung und Visualisierung von Verbrauchsdaten Voraussetzung.

Das ista-Energiedatenmanagement (EDM) ist damit ein wichtiger Baustein zu einer nachhaltigen Erhöhung der Energieeffizienz. Die Mieter werden über verschiedene Medien wie z.B. einem Web-Portal über ihre Energieverbräuche regelmäßig informiert, damit sie in der Lage sind ihr Verbrauchsverhalten anzupassen. Pilotprojekte von ista haben gezeigt, dass durch das ista-EDM Mieter ihren Energieverbrauch für Raumwärme und Warmwasser durchschnittlich um fast 20 Prozent reduzieren konnten. Die Ergebnisse zeigen, dass die höhere Transparenz und die zeitnahe Bereitstellung der Energieverbräuche einen erheblichen Beitrag zur Verbrauchs- und Kostenkontrolle leisten und vom Mieter tatsächlich genutzt werden. „Das Energieeinsparpotenzial, das hier schlummert, ist enorm. Mit unserem EDM bieten wir eine kostengünstige Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz und gelten hier als Vorreiter in der Branche“, sagt Peter Ruwe, Vertriebsgeschäftsführer (CSO) bei ista Deutschland.

Die Kooperation von ista Deutschland und dem IWH bei der Auswertung von Energiekennwerten besteht seit 2 Jahren. Jährlich werden die Ergebnisse des aktualisierten ista-IWH-Energieeffizienzindex präsentiert, der regionalisiert Auskunft über den durchschnittlichen Energieverbrauch von Mehrfamilienhäusern liefert.

Die vollständige Studie können Sie hier downloaden.
http://www.ista.de/fileadmin/media_ista/germany_de/presse/Fachpresse/09-2010_Wirtschaft_im_Wandel_komplette_Studie.pdf


(Quelle: Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Michelsen, C.; Müller-Michelsen, S.: Energieeffizienz im Altbau: Werden die Sanierungspotenziale überschätzt? Ergebnisse auf Grundlage des ista-IWH-Energieeffizienzindex, in: Wirtschaft im Wandel 9/2010, S. 447-455)

ista Pressemitteilung
21.09.2010


Sanierungspotenziale im Altbau werden überschätzt
Abbildung:
Medianenergiekennwerte nach Gebäudealter und Sanierungsstand
- 1900 bis 2006; kWh/m
2 Gebäudenutzfläche -
Quelle: Darstellung des IWH auf Grundlage der ista-Energieausweis-Datenbank.

Energieeffizienz im Altbau: Werden die Sanierungspotenziale überschätzt?
Ergebnisse auf Grundlage des ista-IWH-Energieeffizienzindex

Die Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) und das neue Energiekonzept der Bundesregierung fordern eine deutliche Reduktion des Energiebedarfs bei Sanierungen bzw. beim Neubau von Wohnimmobilien. Allerdings unterscheiden diese Vorgaben nicht nach Alter und Art einer Immobilie und berücksichtigen auch nicht die Marktbedingungen, unter denen gebaut oder saniert wird. Eine neue Studie des IWH und der ista Deutschland GmbH zeigt auf Grundlage eines umfangreichen Datensatzes von rund 200 000 Gebäuden, dass diese Vorgaben der Situation nur bedingt gerecht werden: Erstens ist der Energieverbrauch unsanierter Gebäude weniger hoch als angenommen. Zweitens ist das technisch machbare Sanierungsniveau nicht das ökonomisch sinnvolle. Und drittens ist der Sanierungsaufwand abhängig davon, welches Alter und welchen Baustil ein Gebäude hat.

Die Daten zeigen, dass die Energiekennwerte von Mehrfamilienhäusern abhängig vom Jahr ihrer Errichtung sowohl im sanierten als auch im unsanierten Zustand deutlich variieren. Eine bautechnische und architektonische Betrachtung legt die Vermutung nahe, dass unterschiedliche Sanierungskostenverläufe und die Bestandseigenschaften des Altbaus zu den beobachteten Differenzen beitragen. So wurde beispielsweise berechnet, dass 1900 bis 1918 errichtete Gründerzeitbauten mittlerer Größe (7-12 Wohneinheiten) im unsanierten Zustand einen Heizenergiebedarf von rund 141 Kilowattstunden je Quadratmeter pro Jahr aufweisen. Nach einer Sanierung liegt der mittlere Energiekennwert bei rund 126 Kilowattstunden und damit lediglich rund 10% niedriger. Weitaus größere Einsparungen werden hingegen in Bauten der späten 1950er und 1960er Jahre realisiert. Hier beträgt die Differenz rund 27% bei Gebäuden mittlerer Größe.

Im Ergebnis sprechen die hier präsentierten Zahlen für eine differenziertere Strategie, die sowohl die Belange der Wirtschaftlichkeit von Sanierungen als auch die Belange des Klimaschutzes und Städtebaus berücksichtigt. Konkret bedeutet dies: Die rechtlichen Vorgaben und die Förderpolitik sollten die spezifischen Eigenschaften von Immobilien berücksichtigen, um Investitionsanreize auch tatsächlich zu setzen. Eine pauschale Sanierungspflicht, wie sie im Energiekonzept der Bundesregierung vorgeschlagen ist, wird diesen Kriterien nicht gerecht.

Die Ergebnisse wurden auf Grundlage der Energieausweis-Datenbank des Energiedienstleisters ista Deutschland GmbH berechnet. Der Datensatz umfasst verbrauchsbasierte Energieausweise von circa 200 000 Gebäuden in Deutschland. Zudem enthält er Informationen über den Stand der Sanierung der jeweiligen Gebäude. Die in der Studie berechneten Zahlen beziehen sich auf den Mehrfamilienhausbestand (mehr als 2 Wohnungen).

IWH-Pressemitteilung 52/2010
Halle (Saale), den 21. September 2010

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