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Hochhaus mit Niedrigenergieniveau
Vorzeigeprojekt in Berlin

Unter dieser Überschrift berichtet die Zeitschrift Energie-ImpulsE der Energie- und Umwelt- Managementberatung Pöschk (tätig im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) in Ausgabe 2.06 auf den Seiten 5-7 über ein interessantes realisiertes Bauvorhaben.

Es handelt sich um ein industriell errichtete Typenhochhaus einer landeseigenen Berliner  Wohnungsbaugesellschaft im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg, welches zum Kreis der im Rahmen der zweiten Projektphase des Modellvorhabens ausgewählten Gebäude gehört.

Das Projektziel besteht darin den Primärenergieverbrauch bei Wohngebäuden um bis zu 80 Prozent zu senken, die von der Deutschen Energieagentur (dena) für das Modellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand“ ausgewählt wurden (Häuser mit einem Heizwärmebedarf von jährlich etwa 50 kWh/m2 werden als „Niedrigenergiehaus im Bestand“ bezeichnet).

   

Projektsteckbrief  
Modellvorhaben: NEH im Bestand (dena)
Objekt: Schulze-Boysen-Str. 35-37, Berlin
Eigentümer: HOWOGE
Wohnfläche: ~ 18.000 m2
Baujahr: 70er
Geschosse: 18 und 21
Gebäudehöhe: 54 und 62 m
Kosten: 8.500.000 €
Außenwände: Dreischichtplatten
Fassadendämmung: 12 cm Mineralwolle WLG 035
Dachdecken: 14 cm Mineralwolle WLG 035
Fenstererneuerung: 3-Scheiben ISO mit Uw = 1,1
Gebäudetechnik: BHKW, Lüftungsanlage mit WRG
Energieeinsparung: 750.000 kWh p.a.
Betriebskosteneinsparung: 30.000 € (ca. 0,14 €/m² x Monat)
Primärenergiebedarf: - 33,8%
Transmissionswärmeverluste: - 38,1%
Kosten einer kWh: 0,04 €



Quelle: ebenda (http://www.berliner-impulse.de/fileadmin/Zeitschrift/EI_02_06_klein.pdf)

Zitat: " ... eine Verringerung des Primärenenergiebedarfs um 33,8 Prozent und eine Senkung der Transmissionswärmeverluste um 38,1 Prozent. Damit sind die Anforderungen, die aus energetischer Sicht an das Niedrigenergiehaus gestellt werden, in vollem Umfange erfüllt." Kommentar: Wir sind bislang davon ausgegangen, dass man dazu einen Grenzwert des Energieverbrauchs einhalten muss - vergl. oben: ~ 50 kWh/m2a.

Wir ergänzen nun den Bericht um eine
Kosten-Nutzen-Betrachtung

Ø Wohnungsgröße: 60 qm
Kosten je m² Wfl:: 472,22 €
Kosten je WE: 28.333 €
Nutzen je WE: 100 € p.a.
Nutzen je m² Wfl:: 1,67 € p.a.
Kosten : Nutzen = 283 : 1

"Die in den Rechtsverordnungen nach den §§ 1 bis 4 aufgestellten Anforderungen müssen nach dem Stand der Technik erfüllbar und für Gebäude gleicher Art. und Nutzung wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Bei bestehenden Gebäuden ist die noch zu erwartende Nutzungsdauer zu berücksichtigen."

Quelle: §5 Gemeinsame Voraussetzungen für Rechtsverordnungen (1)
Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden  (Energieeinsparungsgesetz, EnEG)
Vom 22. Juli 1976, BGBl. I S. 1873,
zuletzt geändert durch Art. 32 des Gesetzes
vom 10. November 2001, BGBl. I S. 2992

Kommentar: ohne

DIMaGB, 15.09.2006

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Ein praktisches Sanierungsbeispiel:
900 DM jährliche Kosten für 200 DM jährliche Einsparung


"Die angenehme Wärmedämmung des Gebäudes basiert auf vielen respektabel zu lesenden gesetzlichen Forderungen, damit es ehrlich zugehe mit der Energieeinsparung, obwohl das – wie gleich zu lesen sein wird – dem Mieter schnurzpiepe sein kann, denn was er einspart ist ja unbedeutend gegenüber der Summe, die er zuzahlt. Der Mieter unserer Beispielwohnung zahlt monatlich je Quadratmeter Wohnfläche für die Keller- und Drempeldämmung DM 0,28 und für die Wärmedämmung außen DM 1,07 je Quadratmeter. Bei 56,27 Quadratmeter Wohnfläche löhnt der Mieter dafür im Jahr DM 911,40! Soviel spart er an Heizkosten nie und nimmer ein. Den, wenn auch durch die Wärmedämmung geringeren Verbrauch, muss er natürlich bezahlen, und dazu die Gebühr für das Ablesen. Der Mieter unserer Beispielwohnung hatte 1998 für seine Heizkosten DM 609,24 zu entrichten. Dank der Wärmedämmung waren das etwa DM 200,– weniger als vorher. Dafür bezahlte er aber zusätzlich DM 911,40 jährlich für die Wärmedämmung, d.h. seine warme Stube kostete ihn vorher ohne Wärmedämmung rund DM 800,– und nun mit Wärmedämmung DM 1.562,64!"

aus: Mieterecho, ME 282/2000, S.16

„Der Vermieter, der einen Modernisierungszuschlag nach § 3 Abs. 1 MHG wegen Wärmedämmaßnahmen geltend macht, muß in der Mieterhöhungserklärung nach § 3 Abs. 3 MHG durch eine Wärmeberechnung darlegen, in welchem Maß sich eine Verringerung des Verbrauchs an Heizenergie ergibt.“

Rechtsentscheid des Kammergerichts Berlin vom 17.08.2000

Kommentar DIMaGB:
Hierbei handelt es sich um ein Paradebeispiel an Unwirtschaftlichkeit. Noch dazu ist es schlichtweg ungesetzlich, denn des Energieeinspargesetz schreibt Wirtschaftlichkeit zwingend vor: §5 EnEG
"(1) Die Rechtsverordnungen nach den §§ 1 bis 4 aufgestellten Anforderungen müssen nach dem Stand der Technik erfüllbar und für Gebäude gleicher Art und Nutzung wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Bei bestehenden Gebäuden ist die noch zu erwartende Nutzungsdauer zu berücksichtigen.
(2) In den Rechtsverordnungen ist vorzusehen, dass auf Antrag von den Anforderungen befreit werden kann, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen."

Vorsicht hinsichtlich des oben aufgeführten rationalen Entscheids des Kammergerichts!
Das ist Vergangenheit. Seit 2002 ist dem Unfug Tür und Tor geöffnet.

"Zur Erläuterung einer Mieterhöhungserklärung des Vermieters wegen baulicher Maßnahmen zur Einsparung von Heizenergie im Sinne von MHG § 3 Abs. 3 Satz 2) bedarf es nicht der Beifügung einer Wämebedarfsberechnung."

DIMaGB, 13.08.2005

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betreff:
Wärmedämmung bei Altbauten
Von: k.
Gesendet: Freitag, 2. September 2005 14:58

Sehr geehrter Herr Bumann,
im Zuge meiner Recherche über Wärmedämmsysteme für Altbauten im Internet bin ich jetzt schon häufiger über Ihre Seiten "gestolpert" und habe Sie mit Interesse gelesen. Meine Frage ist nun, ob Sie die nachträgliche Dämmung mit Styroppor verdammen oder generell die nachträgliche Dämmung. Ich habe ein Altbau Jg. 1959 mit einem 2 schaligen Mauerwerk mit Hohlschicht. Ich beabsichtige, die Hohlschicht mit einem Dämmmaterial (Einblasdämmsystem Rockwool o.ä.) zu verfüllen, da ich schon in den kühleren Jahreszeiten bemerkt habe, dass die Wand sich ziemlich kühl anfühlt und ein unangenehmes Wohnklima verbreitet. Wie stehen Sie zu diesem Dämmsystem. Das die Styropordämmung nichts bringt, habe ich an einer anderen Stelle an unserem Haus bemerkt. Dort wurde eine entsprechende Dämmung von unserem Vorbesitzer angebracht und die Wände sind ähnlich kühl, wie im ungedämmten Teil. Für eine kurze Nachricht von Ihnen wäre ich dankbar.

Mit freundlichem Gruss, K.K.

* * *

Sehr geehrter Herr K.,

grundsätzlich verdamme ich nur unsinnige Maßnahmen am Bau, die den Bauherrn einen Haufen Geld kosten und wenig nützen. Styropor-WDVS gehören leider oft dazu.

Unterscheiden müssen wir zwischen Mauerwerk und Beton (Stichwort: Platte). Bei Mauerwerk ist es völlig falsch, weil man von innen nach außen dichter baut. Bei Beton ist es unbedenklicher, weil da die Sorptionsprozesse nicht so sind wie bei Mauerwerk.

Das ist bislang reine Bauphysik und hat nichts mit Wirtschaftlichkeit zu tun. Wer sich für dieses Thema interessiert, kommt an meiner Wirtschaftlichkeitsseite nicht vorbei. Dort sind reichlich Erläuterungen und abschreckende Beispiele  aufgeführt.

Zu dem von Ihnen angesprochen Praxistest mit Styropor: nur auf dem Blatt Papier eines formelverliebten Technokraten bewirkt Wärmedämmung auf 2-schaligen Konstruktionen etwas, leider auch nach DIN, aber das macht nichts: die Praxis zeigt wieder mal, was wirklich los ist. Zum Glück lässt sich die Praxis weder von Trittin noch dena noch DIN usw. beeindrucken.

Die von Ihnen angesprochene Kerndämmung ist eine Möglich- keit, etwas zu bewirken. Wissen Sie schon, was der Spaß kostet? Wissen Sie auch, was es Ihnen nützt, ich meine garantiert und nicht wischi-waschi-unverbindlich?

Es gibt noch eine Variante, die können Sie selber umsetzen und die dürfte an Wirtschaftlichkeit nicht zu übertreffen sein: eine Innenbeschichtung mit TS Interieur. Das Ergebnis schlägt sich schon nach der kommenden Heizperiode nieder und spüren werden Sie bereits nach wenigen Wochen etwas.

Ich kenne die neuesten Messergebnisse (Dt. Welle, Bonn, Büroräume, 01.+02.09.2005 gemessen), die strafen jeden Ignoranten Lügen: mit 2 kW in 0,5 h die Wandoberflächentemp. um +3,5 °C angehoben (!). Somit bewiesen: im Sommer kühl. Im Winter warm.

Mit freundlichen Grüßen
M. Bumann

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Wärmedämmung mit WDVS: mehr einsparen als verbrauchen

Gefunden in der Berliner Zeitung vom 30.07.2005, Ressort: Immobilien:

"Wärmedämmung zahlt sich aus
Bundesverband sieht Einsparpotenzial bei Heizöl in Milliardenhöhe /
Auch teure Sanierungen bei Altbauten lohnen sich
BERLIN, 29. Juli. In vielen Haushalten in Deutschland wird noch immer Energie vergeudet...
...
Auf Grundlage dieser Daten hat der Bundesverband Wärmedämm-Verbundsysteme folgende Bilanz aufgestellt: Würden alle 24 Millionen Wohneinheiten in Deutschland, die bisher noch nicht optimal wärmegedämmt sind, ideal saniert, könnten 218 Milliarden Liter Heizöl in einem Jahr eingespart werden.
..."

Dieser hoch interessante Artikel erschien natürlich nicht nur in der Berliner Zeitung, sondern in vielen Tageszeitungen und auch in Fachzeitschriften.

Die Inhalte, die darauf zu untersuchen sind, ob sie einer Überprüfung standhalten:

1. In mehr als 50% der Haushalte würden mehr als 20 Liter Heizöl je qm verheizt. Welche seriöse Quelle liefert diese Daten mit wissenschaftlicher Sicherung?

2. Womit wird ein Leistungsversprechen begründet, dass man mittels Brennerjustierung und einer „guten Wärmedämmung“ auf einen Verbrauchswert von 7 Litern Heizöl je qm kommt? Wie sehen die Berechnungsgrundlagen für diese werbliche Aussage aus?

3. Womit wird ein Leistungsversprechen begründet, dass man mittels Brennerjustierung und einer „guten Wärmedämmung“ auf einen Verbrauchswert von 3 Litern Heizöl je qm in rd. 400.000 Wohnungen kommt? Wie sehen die Berechnungsgrundlagen für diese werbliche Aussage aus? Was ist eine „guten Wärmedämmung“?

4. Was versteht man unter „nicht ganz billig“, wenn er von energetischen Sanierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit einer „14 Zentimeter dicke(n) Wärmedämmung“ spricht?

5. Was hat der Verbraucher unter „extrem hohen Energiepreisen“, „teuren Investitionen“ und Amortisationen „nach einiger Zeit“ zu verstehen?

6. Welche seriöse Quelle gibt mit wissenschaftlicher Sicherung den Transmissionswärmeverlust über die Außenwände in Höhe von 40% für mindestens 50% der Wohnungen an?

7. Auf welchen Wohnungsbestand bezieht sich die Aussage, dass rund 30% der Wärme durch schlechte Fenster entweiche?

8. Auf der Grundlage welcher Daten hat der FV WDV die hanebüchene „Bilanz“ aufgestellt, dass 218 Mrd. l Heizöl p. a. eingespart werden könnten, wenn alle 24 Mio. Wohneinheiten, die „noch nicht optimal wärmegedämmt sind“, „ideal saniert“ würden?
a.   Was bedeutet „nicht optimal wärmegedämmt“?
b.   Was bedeutet „ideal saniert“?
c.   Wie berechnet man die Einsparung von Ø 9.083 l Heizöl je WE p. a.?
d.   Wie viele l Heizöl verbraucht eine WE Ø p. a.?
e.   Wie sehen die Bestandsdaten der genannten 24 Mio. WE aus? Wo hat der FV WDV die her?
      Weiß der FV WDV mehr als das Statistische Bundesamt?
f.    Liegt dieser „Berechnung“ ein anerkanntes Berechnungsverfahren zugrunde
      oder sind die Zahlen frei erfunden?

9. Welche sind die „jüngsten Statistiken“, die den Ratschlag angeblich unterstreichen?
a. Wie soll es mittels Dämmmaßnahmen möglich sein, den Anstieg der Inflationsrate infolge der gestiegenen Kosten bei Mineralölprodukten zu beeinflussen?
b. Beeinflusst man mittels WDVS Energieverbräuche oder Energiekosten?
c. Was ist unter „Mineralölprodukten“ zu verstehen? Es gehören neben Heizöl auch Diesel und Benzin dazu, es gibt aber noch weitere. Was haben diese Produkte preislich mit WDVS zu tun?
d. Welche Faktoren beeinflussen den Heizölpreis?

Dazu kommt Verschwiegenes:

Ein Recycling von WDVS gibt es de facto in Deutschland nicht. Man stößt auf Rat- und Sprachlosigkeit bei diversen Bundesministerien und -ämtern sowie Fachverbänden. Angesichts über 700 Mio. verarbeiteter m² WDVS kommt hier ein ungelöstes Problem von hoher volkswirtschaftlicher Tragweite auf uns zu. Die aktuell gängigen teuren Sanierungssysteme verzögern nur etwas den Zeitfaktor. Wer zahlt am Ende?

Den WDVS wird vom FV WDV eine hervorragende Ökobilanz ausgestellt. Das Problem des nicht existierenden Recyclings wird dabei genauso ausgeblendet wie die Umweltbelastung mit tausenden Tonnen Styrol jährlich und weiteren etlichen Tonnen Pentan bei der Herstellung von Polystyrol. Die Herstellung von Pentan ist sehr energieintensiv und Styrol ist kanzerogen.

Der Begriff „wirtschaftlich“ kommt in dem Werbetext des FV WDV nicht vor. Nicht „teure Sanierungen bei Altbauten“ lohnen sich, sondern nur wirtschaftliche. Das Gebot der Wirtschaftlichkeit ist gesetzlich vorgeschrieben, man kann das im §5 des Energieeinspargesetzes (EnEG) nachlesen. Teure Sanierungen sind Wunschträume von Herstellern und Verarbeitern, wirtschaftliche Maßnahmen beim Bauen im Bestand sind sogar in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben – auch hier ist der Wirtschaftlichkeitsgrundsatz verankert.

Ebenso wurde ausgeblendet: Algen und Mikroorganismen an Dämmfassaden, Rissbildung, Tauwasser-problematik.

Ein Rechenexempel zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit:

218.000 Mio. l : 24 Mio. WE = 9.083,33 l/WE
das ist ein unglaublich gutes Einsparergebnis!
[218.000.000.000 : 24.000.000 = ~9.000 und 218 Mrd. = 218.000 Mio.]

Nun die Frage: geht das überhaupt?

Fakt 1:
durchschnittlich 16,05 l/m² Wfl. benötigten die westdeutschen Haushalte
in Mehrfamilienhäusern in der Heizperiode 2002/03 - Vorjahr: 16,25 l/m²
Quelle: Studie von Techem "Energiekennwerte, Ausgabe 2004"

Fakt 2:
Ø Kosten, 68 m² Wfl., Ölhz. 335 € (1998/99) 499 € (2001/02)
Ø Kosten, 68 m² Wfl., Gashz. 403 € (1998/99) 550 € (2001/02)
Quelle: techem, 02.2004, nach Auswertung der Heizkosten von 800.00 Wohnungen

Fakt 3:
Für das Jahr 2002 gibt das Statistische Bundesamt 35.813.100 WE an (Stand: 13.08.2003),
belegt waren sie mit 36.105.500 Haushalten bzw. 76.861.600 Personen.
Die durchschnittliche Fläche je Wohneinheit betrug 89,4 m2
(41,6 m2/Person bzw. 2,2 Personen/WE).
Quelle: destatis.de

Jetzt nehmen wir das angegebene Einsparpotenzial in Höhe von 9.083,33 l/WE und den von techem ermittelten Durchschnittsverbrauch in Höhe von 16,05 l/m² Wfl. Dann käme man auf eine durchschnittliche Wohnungsgröße von 9.083,33 l/WE : 16,05 l/m² Wfl. = 565,94 m2/WE.  Das ist das 6,33-fache des tatsächlichen Wertes. [ 9.083,33 : 16,05 = 565,94; 565,95 / 89,40 = 6,33 = ~6]

Jetzt rechnen wir den auf 550 € gerundeten Wert der 68-m2-Wohnung auf 89,4 m2 hoch, das ergibt 723,09 €. Das macht bei einem Preis von 0,40 €/l bei Heizöl stolze 1.807,72 l aus. Nach der WDV Arithmetik spart man demnach 5x mehr ein, als man überhaupt verbraucht.
[ 550 x 89,4 : 68,0 = 723,09; 723,09 : 0,40 = 1.807,72 und 9.083,33 : 1.807,72 = 5,025 = ~5 ]

Fazit: das WDVS ist ein perpetuum mobile der 3. Art, der Energieerzeuger an der Hauswand. Unser Ratschlag: fordern Sie beim Fachverband WDV bzw. bei der ausführenden Firma dieses Einsparvolumen ein! Alternativ kann es Ihnen egal sein, ob Sie 5-fach oder 6-fach belogen werden. Zitat: "Darüber hinaus haben wir dafür zu sorgen, dass das, was versprochen ist, auch gehalten wird. Denn Qualität ist und bleibt das beste Rezept." (FV WDV)

Links:
:: Sie können den Artikel auch im Ganzen lesen
:: der Artikel im Archiv der Berliner Zeitung

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Verdämmt in alle Ewigkeit !

Gesellschaft für Wohnen und Bauen (GWG) verursacht Millionenschaden durch verfehlte Wärmedämmung. GWG forderte nach Wärmedämmung Mieterhöhung in 13-facher Höhe der Heizkosteneinsparung. Scheitert der Versuch die "verdämmten" Mieter zu übervorteilen, dann sind die Bürger der Freien und Hansestadt Hamburg "verdammt" die Zeche zu zahlen.

Wärmedämmung - eine Modernisierungsfalle ?

Zusammenfassung
(leicht gekürzt):

Wärmedämmung auch an älteren Gebäuden kann sinnvoll und notwendig sein, um Energierohstoffe zu schonen und um den Klimaschutz voran zu bringen. Berechtigen diese Ziele aber jede Maßnahme zu jedem Preis?

1998 hat in Hamburg die stadteigene Gesellschaft für Wohnen und Bauen (GWG) 344 Wohnungen modernisiert, u.a. die Außenfassaden mit einer 8 cm Thermohaut und die Flachdachdecken ebenfalls mit 8 cm Dämmplatten versehen. Die Gebäude mit ihren Backsteinfassaden mussten zur Erhaltung des historischen Ortsbildes als Klinkerfassade ausgeführt werden.

Die Mieterhöhungserklärung im Februar 1999 enthielt lediglich den Hinweis, dass die Maßnahmen eine spürbare Einsparung bei den Energiekosten (Heizung) zur Folge haben werden. Danach kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Mietern und der GWG über die Aufschlüsselung der Kosten und über die Höhe der Heizkostenersparnis. In Bedrängnis geraten nannte die GWG eine Ersparnis von 45 % und verbreitete danach ein Gutachten, in dem sogar von einer Energieersparnis von 50 % die Rede war.

In Anbetracht der geforderten Mieterhöhung bezweifelten die Mieter aber die Wirtschaftlichkeit der Wärmedämmung, sie gingen davon aus, dass die Mieterhöhung nach ständiger Rechtsprechung höchstens das Doppelte der jährlichen Heizkostenersparnis betragen dürfe. Ein Blick in die Heizkostenabrechnungen der vergangenen Jahre hätte jedoch gezeigt, dass die Mieterhöhung über das Doppelte der gesamten Heizkosten betragen würde.

Wie die jetzt durchgeführten Untersuchungen zeigen, wurde nach den Wärmedämmungen durchschnittlich
nur 30 % Heizenergie eingespart und
die Heizkosten sind lediglich um nur 20 % gesunken.

Eine Erfolgskontrolle hat indessen offensichtlich nicht stattgefunden. Die Maßnahmen zur Wärmedämmung sind als höchst unwirtschaftlich zu bezeichnen, die geforderten Mieterhöhungen betrugen das 13-fache der Heizkostenersparnis. Das ist eine eklatanter Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot des Energieeinsparungsgesetzes, das vorschreibt, dass generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden müssen.

Da dies augenscheinlich nicht der Fall ist, werden hohe Verluste zu verbuchen sein. Die Verluste belaufen sich bei den 344 Wohnungen hochgerechnet auf real 4,8 Mio. DM oder 2,5 Mio. Eur.

In diesem Fall hat sich gerächt, dass der Gesetzgeber nicht bindend vorschreibt, dass schon bei Ankündigung von Energie sparenden Maßnahmen und erst recht in der Mieterhöhungserklärung die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden muss.

Politik ist gefragt, damit nicht unnötig Geld in wenig effiziente Wärmedämmungen vergraben wird und - weil das Geld nur einmal ausgegeben werden kann - für weiteren Klimaschutz im Gebäudebestand nicht mehr zur Verfügung steht!

Auszugsweise die wichtigsten Zahlen:

Aus Sicht der Wohnungsbaugesellschaft ergeben sich folgende Kosten-Erlös Rechnung:

  Abrechnungs-
einheit
Oberste
Geschosswohnung

Aufwendungen für Wärmedämmung

622.613,34 DM

11.117,92 DM

Jährliche Rückflüsse 11 %

68.487,46 DM

1.222,97 DM

Aus Mietersicht ergeben sich folgende Mieterhöhungs-Heizkosteneinsparungs Situationen:
 

  Abrechnungs-
einheit
Oberste
Geschosswohnung
Jährliche geforderte Mieterhöhung

68.487,46 DM

1.222,97 DM

Jährliche Einsparung Fernwärme

5.384,80 DM

131,02 DM

Jährliche Mietmehraufwendungen

63.102,66 DM

1.091,95 DM

Kosten-Nutzen-Verhältnis

12,72 : 1

9,33 : 1

Das eingangs beschriebene Wirtschaftlichkeitsgebot nach dem Energieeinsparungsgesetz und das von der Rechtsprechung entwickelte Kriterium eines Kosten-Nutzen-Verhältnisses von höchstens 2 : 1, wird hier in eklatanter Weise verletzt. Wird dieses Kriterium (2:1) angesetzt, dann ergibt sich für die angenommene Lebensdauer der Wärmedämmung folgendes:
 

 

Abrechnungs-
einheit

Oberste
Geschosswohnung

Jährliche geforderte Mieterhöhung

68.487,46 DM

1.222,97 DM

Höchst zulässige Mietmehraufwendungen

10.769,60 DM

262,08 DM

Unzulässige Mietmehraufwendungen

57.717,86 DM

960,89 DM

Realwert der unzul. Mehraufwendungen
(über 30 Jahre bei einer Inflationsrate von 2 %/a)

895.981,36 DM

14.916,35 DM

Für die Abrechnungseinheit (64 Whg.) ist festzustellen, dass eine Kapital- oder
Einkommensvernichtung von ca. 896 T DM bzw. 458 T Eur stattfindet.

Quellenangabe:

Veröffentlicht auf der Internetseite der

RENORGA Beratungsgesellschaft für rationelle Energieverwendung, Organisation und Innovation mbH & Co.
Käkenflur 14 a, D - 22419 Hamburg

Link zum Dokument:
::
http://www.renorga.de/verdaemmt/Verdaemmt.html

Das Dokument veranschaulicht Ihnen ein höchst unwirtschaftliches Beispiel,
zudem sind alle Ergebnisse und Zusammenhänge gut erläutert.

Dezember 2002

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Kosten und Wirtschaftlichkeit von TWD

"Die Vollkosten der Solaren Umweltwand (TWD-Systeme) schwanken deutlich, sie liegen bei 400 bis 650 €/m² für Holzmodulfassaden, 450 bis 750 €/m² für Aluminiumfassaden und 200 – 400 €/m² für Einfachsysteme. Dies erscheint viel, aber die Bandbreite spiegelt nicht nur Leistungsfähigkeit und Qualität wider. Das teuerste Glaselement ersetzt beispielsweise gleich die Wand. Die höchste Effektivität erreichen die Solarwände unter den folgenden Voraussetzungen (vgl. Tabelle 1):

• Weitgehend verschattungsfreie Südorientierung der Solarfassade (max.
  20 Grad Abweichung). Dieses führt gegenüber opaken WDVS zu Heizenergiegewinnen
  von rund 100 kWh/m² TWD-Fläche und Jahr.
Konstruktiv: schwere Massivwände (ab 1200 kg/m3), die die Wärme gut
   speichern und nach innen weiterleiten. ***

• Große Räume, bzw. eine offene Raumsituationen hinter der TWD-Wand
  begünstigen die Wärme-Ausbeute.
• Die Lage des Gebäudes z. B. im Bergland. Hier liegen die Heizenergiegewinne
  bis um den Faktor 3 über den genannten 100 kWh."

Quelle:
"Energiebilanz verbessern, Produktivität erhöhen. Einsatzbeispiele und Investitionsvergleich"
Eine Information des Fachverband Transparente Wärmedämmung e.V.
04.2006

Es wird auf eine Studie verwiesen, gemäß der anhand von so genannten äquivalenten Energiepreisen die TWD-Systeme "zu den wirtschaftlichsten Investitionen" zuzuordnen sind. Dazu der Fachverband: "Tendenziell sind einfache und kostengünstige Systeme wirtschaftlich vorteilhafter. Dies muss ggf. abgewogen werden gegen nicht-monetäre Vorteile aufwändigerer Systeme."

*** nach DIN 4108 spielt das Speichervermögen der Außenwand keine Rolle hinsichtlich der Energiebilanz;
     maßgebend ist allein der U-Wert, den man mit möglichst dicker Dämmung klein halten soll

Kommentar: Offensichtlich hängen sowohl in der modernen Bauphysik als auch Ökonomie viele Dinge vom Standpunkt des Betrachters ab.

DIMaGB, 08.07.2006

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Ein hilfreicher Vergleich:
:: Sanierungspotenziale im Altbau werden überschätzt (09.2010)